Der Wochenkommentar der Börse
Auch in der vergangenen Woche hat der Aufwärtstrend an den Aktienbörsen angedauert. Händler sprachen von einer anhaltend guten Stimmung der Marktteilnehmer, die sich diese selbst durch Negativmeldungen wie die enttäuschend ausgefallenen Zahlen der Deutschen Bank nicht hätten verderben lassen. Ursachen für die jüngsten Kurssteigerungen waren die hohe Liquidität an den Märkten, die Hoffnungen auf eine Einigung in den Gesprächen über einen Schuldenschnitt Griechenlands sowie die wachsende Zuversicht, dass der Wirtschaft eine von vielen erwartete Rezession erspart bleiben und es lediglich zu einer Delle kommen wird, sagten Marktbeobachter. Anlass für die letzte Hypothese gaben in der vergangenen Woche etliche Konjunkturzahlen. Auf Wochensicht legte der Deutsche Aktienindex (Dax) um 3,9 Prozent auf 6.766,67 Punkte zu. Der HAFixD-Index kam um 4,2 Prozent auf 2.044,82 Zähler voran.
Ausblick
Wenn es nach der Meinung vieler Experten geht, können die Anleger auch in der aktuellen Woche mit steigenden Kursen rechnen. Dabei wird immer wieder die hohe Liquidität als Grund genannt, zudem seien etliche Investoren von dem starken Anstieg seit Jahresbeginn überrascht worden und nun unterinvestiert. Zudem dürften auch die zunehmend optimistischeren Konjunktureinschätzungen fortdauern und weiterhin ihre positive Wirkung auf die Märkte entfalten, so die Hoffnung. Ob diese erfüllt wird, dürfte sowohl von den anstehenden Konjunkturdaten als auch von der anhaltenden Berichtsaison in den USA und der in Schwung kommenden in Deutschland abhängen.
Unsicherheiten bestehen allerdings unverändert beim Blick auf Griechenland. Nachdem zuletzt die Verhandlungen zwischen dem Mittelmeerland und der Troika aus EU, EZB und IWF ohne eine Einigung beendet wurden und zu Wochenbeginn ein Ultimatum im Raum stand, zerrt das Thema wieder einmal an den Nerven der Anleger. Dennoch setzen viele Beobachter darauf, dass die Griechenland-Frage wie schon in der Vorwoche keine allzu großen Auswirkungen auf die Börsen haben sollte, sofern es hier nicht zu einer ganz bösen Überraschung kommt.
Immer ein Thema an den Märkten sind die Ratssitzungen der Notenbanken. Hier stehen in der aktuellen Woche die der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Bank of England an. Die Anleger dürften dabei genau auf alle möglichen Maßnahmen und Signale blicken. In den USA spricht der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, in dieser Woche zweimal; auch diese Reden dürften sich der Aufmerksamkeit der Börsenteilnehmer gewiss sein.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 6.2.: Auftragseingang in der Industrie in Deutschland im Dezember
Dienstag, 7.2.: Produktion im produzierenden Gewerbe in Deutschland im Dezember; US-Verbraucherkredite im Dezember; Rede von Fed-Chef Ben Bernanke vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongress; ESRI-Frühindikator für Dezember (Japan)
Mittwoch, 8.2.: Zahlen zum deutschen Außenhandel im Dezember; Umsatz im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland im Dezember; Leistungsbilanz Japans für Dezember
Donnerstag, 9.2.: Ratssitzungen der Europäischen Zentralbank sowie der Bank of England; Ifo-Wirtschaftsklimaindikator für den Euroraum für das 1. Quartal; Japanisches Verbrauchervertrauen für Januar
Freitag, 10.2.: Verbraucherpreise in Deutschland im Januar; Insolvenzen in Deutschland im November; US-Handelsbilanz für Dezember; US-Staatshaushalt für Januar; Verbrauchervertrauen der Universität Michigan für Februar (USA); Rede von Fed-Chef Ben Bernanke in Orlando


